Bergsteigen


Schon immer übten die Gebirge dieser Welt auf den Menschen eine ungeheuere Faszination aus. Es war und ist auch heute noch eine Herausforderung, die höchsten Höhen zu erklimmen, sich selbst seine Fähigkeiten und Mut zu beweisen.

Der Begriff des Bergsteigens ist nicht ganz eindeutig definiert. Darunter werden vielmehr die Sportarten Bergwandern, alpines Klettern auf Berge durchschnittlicher Höhe, sowie das Höhenbergsteigen zusammengefasst. Letzteres umschreibt das Besteigen der höchsten Berge der Welt, welche nur im Himalaya zu finden sind, also die Sieben- und Achttausender.

Bergsteigen kann sowohl im Sommer als auch im Winter betrieben werden. Wobei im Winter selbstverständlich besondere Bedingungen herrschen, denen es sich anzupassen gilt.

Zu den alpinen Aktivitäten des Winters gehören das Schneeschuhwandern, Skitouren und das Eisklettern.

Der Alpinismus begann seinen Siegeszug unter den Abenteurern im 19. Jahrhundert. Seitdem wurden alle bedeutenden Berge der Welt bestiegen. Ständig suchen aber auch heute noch berühmte Bergsteiger die Herausforderung. So war Reinhold Messner in den 70er und 80er Jahren der Erste, dem die Besteigung aller 14 Achttausender gelang. Schon 1786 erreichte Michel-Gabriel Balmat den Gipfel des Mont Blanc, des höchsten Berges der Alpen.

1865 gelang Edward Whymper die Erstbesteigung des Matterhorns, Heinrich Harrer und Anderl Heckmaier schafften es 198 die schwierige Eiger-Nordwand zu erklimmen. Letzterer wurde später vor allem durch seine Expeditionen aufs "Dach der Welt", nach Tibet, weltberühmt.

Vermutlich als der bedeutenste Bergsteiger überhaupt darf Sir Edmund Hillary gefeiert werden. Er erreichte 1953 zusammen mit seinem nepalesischen Sherpa Tenzing Norgay als erster den höchsten Berg der Welt. Das Foto vom Gipfel des Mount Everest bewies diesen denkwürdigen Moment.

Doch mit der Tatsache, dass der höchste aller Berge - und damit die größte Herausforderung - nun bezwungen waren, hatten die Alpinisten keineswegs ihre hochgesteckten Ziele verloren. Immer wieder sorgen spektakuläre Aktionen für Aufsehen.

Der "normale" Bergsteiger gibt sich mit weniger zufrieden. Viele Menschen sind schon glücklich, wenn sie in den Bergen ausgiebig wandern zu können und ab und zu einen kleinen Aufstieg wagen.

Andere wollen sich professioneller mit dem Thema befassen und besuchen Kletterkurse, wie sie zum Beispiel der Deutsche Alpenverein anbietet. Solche Kurse sollten auch unbedingt wahrgenommen werden, denn wer sich das richtige Klettern zum Hobby macht, muss die passende Ausrüstung haben und die Techniken kennen.

Wer unter Anleitung das Bergsteigen zunächst an einfachen Bergen erlernt, für den ist dieser Sport auch nicht gefährlicher als andere. Bei fahrlässigem Handeln passieren jedoch oft genug schlimme Unfälle, oft auch mit tödlichem Ausgang.

Zuerst lernen Kletterkursteilnehmer, welche Kleidung sie zum Klettern brauchen. Wichtig sind vor allem spezielle feste Bergstiefel und -schuhe, sowie eine langärmelige Jacke und lange Hosen, die dem jeweiligen Wetter angepasst sind. In Kletterkursen wird den Teilnehmern auch gezeigt, wie mit einem Sicherungsseil und den Karabinerhaken richtig umzugehen ist, und wie Sitzgurt und Brustgurt angelegt werden beziehungsweise wie diese richtig sitzen.
Einen Helm zu tragen sollte für Bergsteiger ebenfalls selbstverständlich sein, denn nirgends ist der Körper bei einem Sturz empfindlicher als am Kopf.

Wer das Einmaleins des Kletterns erlernt hat, kann sich auch auf anspruchsvollere, vorerst aber am besten geführte Touren machen, und die großartige Welt der Berge erkunden.

Die Alpen bieten unendlich viele Möglichkeiten, den jeweiligen Fähigkeiten entsprechend, das Gebirge zu genießen.
Das erste Mal am Gipfelkreuz eines Berges zu stehen, ist für fast alle Bergsteiger ein erhebendes Gefühl, das sie kaum beschreiben können.

Interessante Touren in den Alpen führen zum Beispiel auf die Reiteralpe, die Kramerspitz, auf den Plankenstein, den Breitenstein, das Hintere Sonnwendjoch, das Gamsjoch und die Rofanspitze.
Für Skitouren eignen sich vor allem der Großvenediger in Österreich und der Großalmkopf in Deutschland.
Bergsteigen ist, richtig erlernt, ein Sport, den bereits etwas ältere Kinder und Jugendliche ausüben können und der Erwachsenen, die körperlich fit sind, noch bis ins recht hohe Alter Spaß machen kann. Denn der Faszination Berge können sich doch die Wenigsten entziehen...